Vor einiger Zeit nahm der umstrittene, aber seltsamerweise immer noch recht unbekannte Onlinepass seine Arbeit auf. In Sony´s Resistance 3 kam er zum ersten Mal vor und setzt sich in weiteren hochkarätigen PS3 Spielen fort.
Nur was ist dieser Onlinepass genau, was bewirkt und verhindert er?! Ich hab mich diesen Fragen mal angenommen und geb euch die teilweise erschreckenden Antworten.
Der Onlinepass steht immer in Zusammenhang mit Spielen, die einen Multiplayermodus via Internet besitzen. Sofern man Online mit mehreren spielen will, muß dieser Onlinepass aktiviert werden. An sich ist an diesem Art des Kopierschutzes nix gegen einzuwenden, insofern man das Spiel frisch von der Ladentheke gekauft hat.
Sollte man jedoch das Spiel gebraucht kaufen, oder es sich von der Videothek oder einem Kumpel ausgeliehen haben, dann könnte es sein das man nur gegen einen Aufpreis in den Onlinegenuß kommt. Die Chance ist hoch das bei einem Multiplayer-Spiel wie Battlefield 3 der erste Videothekenausleiher mit diesem Spiel auch online gegangen ist. Und bei diesem erstmaligen Anmelden wird der Onlinepass aktiviert und läßt sich von anderen Usern danach nicht mehr nutzen.
Das Ergebniss:
Alle Ausleiher des Spiels nach der Aktivierung gucken in die Röhre und werden aufgefordert sich für 10,- Euro einen neuen Onlinepass zu kaufen. So macht das schnelle Antesten eines Spiels aus der Videothek nicht mehr viel Sinn und kostet gleich ein vielfaches mehr. Auch das ausgeliehene Spiel vom Kumpel verliert so seinen Reiz, wenn dieser schonmal mit dem Spiel online war.
Ganz zu schweigen vom Gebrauchtmarkt, der in Zeiten von Spielepreisen bis zu 69,- Euro, eine hohe Bedeutung hat. Bei Onlinespielen mit einem Onlinepass sollte man dann schonmal vorsichtshalber 10,- Euro mehr einkalkulieren, oder im Vorfeld den Verkäufer fragen ob der Onlinepass schon aktiviert wurde. Ist er aktiviert sind für euch weitere 10,- Euro fällig.
Nur warum das alles?! Der Onlinepass ist im Prinzip nix weiter als ein weiterer Kopierschutz, der aber in vielen Bereichen leider wieder mal die falschen trifft. Durch den damaligen Hack der PS3 durch GeoHot wurden leider der Kopierindustrie alle Türen und Tore geöffnet und es war seitdem für jeden einigermaßen technisch begabten PS3 User möglich, sogenannte Sicherheitskopien seiner Spiele anzufertigen. Logischerweise waren das aber auch “Sicherheitskopien” der Videothekenspiele, die schnell mal ausgeliehen wurden.
Sicherlich ist das nicht nur der Hauptgrund dieses Onlinepasses, aber man darf sich halt nicht wundern wenn es immer wieder probiert wird eine Konsole zu hacken um kopierte Spiele zum Laufen zu bringen. Die Industrie reagiert zwar nicht gleich auf solche Machenschaften und die Hacker freuen sich das sie angeblich am längeren Hebel sitzen, aber die Zeiten haben sich nunmal grundlegend geändert. Ein Großteil der Spiele gehen heutzutage online und verbinden sich mit den Servern der jeweiligen Spielefirmen. Da frag ich mich berechtigt, wer da nun wirklich am längeren Hebel sitzt, wenn der Spieler und das Spiel abhängig der jeweiligen Server ist?! Bestimmt nicht der Gamer im heimischen Wohnzimmer.
Und darum begrüße ich zwar nicht die Entscheidung oder die Einführung des Onlinepasses, habe aber Verständnis für diese Entscheidung und alle Konsolen/PC-Spieler müssen diese Pille halt schlucken. Und vielleicht wird ja so der ein oder andere bekehrt, der auf biegen und brechen ganze DVD-Regale mit all seinen “Sicherheitskopien” zu Hause horten und sammeln will.
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