Endlich, nach gefühlten Jahren kommt nun der Nachfolger von Batman Arkham Asylum in den Handel.
Ich konnte Batman Arkham City bereits ausgiebig anspielen und schon vorweg nehmen das sich das Warten vollends gelohnt hat.
Story:
Die Hauptfigur im neuen Batman Teil ist nicht wie oft angenommen wieder mal der Joker, sondern der Psychater Hugo Strange. Dieser hat die Identität von Bruce Wayne (Batman) rausgefunden und tut sich mit diversen Superschurken aus dem Batman Universum zusammen, um Batman das Leben zur Hölle zu machen. Mit dabei ist wieder Harley Quinn, Bane, Deadshot, der Pinguin, Two-Face, der Riddler und natürlich der Joker. Obwohl Joker recht mitgenommen ist und (am Anfang) nur im Hintergrund agiert.
Der Handlanger vom Joker, Harley Quinn übernimmt da eine tragendere Rolle.

Man spielt übrigens ganz am Anfang als Bruce Wayne, der auf einer Ansprache in Gotham City gefangen genommen und ins Gefängnis gebracht wird. Der Spieler darf sich dann erstmal von den Ketten befreien und ein paar Mithäftlinge K.O. schlagen, bevor man sich auf das Dach retten kann wo eine erste Überraschung wartet.
Geht das Spiel dann richtig los, muß man sich erstmal mit dem Anblick von Arkham City vertraut machen. Am besten schwingt man sich auf einen Turm und genießt diese schon unheimlich perfekte Aussicht auf die Stadt und ihren Slums.
Was die Grafik-Entwickler hier vollbracht haben, dürfte jeden faszinieren. Die düstere, kalte und bedrohliche Stimmung der Stadt wurde nahezu perfekt eingefangen und man kann ohne weiteres eine ganze Zeitlang dort verweilen um die Atmosphäre einzusaugen! Und das Beste, man kann die Gebäude im Vordergrund auch alle mühelos erreichen.
Arkham City spielt in einer Open World. Es gibt keine Grenzen (außer die natürlichen) und Wege die man einschlagen muß! Natürlich kommt man so in der ausgefeilten Story auch nicht unbedingt weiter, aber wenn man will zieht man als geflügelter Rächer seine Runden auf den Dächern von Arkham City und stürzt sich im Sturzflug auf die Gangs!

Der Sturzflug ist übrigens auch eine kleine Neuigkeit von Arkham City. Das hinuntergleiten mit Hilfe des Capes ist ja vielen aus dem ersten Teil sicherlich noch bekannt, zusätzlich kann man jetzt aber einen fast senkrechten Sturzflug einschlagen um noch schneller die diversen Gegner zu überraschen! Sieht sehr genial aus, logischerweise läßt sich Batman dann aber nicht mehr lenken, oder nur sehr schwer.
Die Gadgets von Batman hat man übrigens auch mit am Anfang dabei. Die Batclaw, den Batarang, Explosivspray, etc. sind von Anfang an dabei und können (müssen) dementsprechend eingesetzt werden.
Natürlich lassen sich die Gadgets, wie auch die Fähigkeiten von Batman und vom Cape im Laufe des Spiels aufrüsten. Diese Fähigkeiten lassen sich durch die zahlreichen Nebenquestes aufbessern, durch das Finden und lösen der aus dem ersten Teil bekannten Riddler-Rätsel oder auch durch einfaches Ausschalten der nicht grad wenigen Gangs in Arkham City. Diese Upgrades wurden eigentlich 1:1 vom ersten Teil übernommen.
Die Missionsziele von Batman sieht man wie gehabt auf einer Übersichtskarte, die mit “select” aufgerufen wird. Dort sind alle Hauptziele, Nebenziele oder andere Rätsel vermerkt. Man kann Ziele markieren, Nebenquests kurzfristig zu seinem Primäziel machen oder einfach nur schauen wo man sich als nächstes begeben wird. Durch die Größe der Stadt ist die Kompassfunktion in der Karte immens wichtig. Man sieht anhand einer Pfeilspitze auf der Karte immer seine Blickrichtung und läuft so nicht planlos durch die dunklen Gassen von Arkham.
Übrigens, die Stimmung auf den Dächern ist nahezu perfekt für ein Batman Spiel. Düster, bedrohlich und am Himmel sieht man die Wolken im falen Mondlicht. Tim Burton hätte es nicht besser machen können. Sobald man aber in die Slums gleitet, geht diese unheimlich fiese Atmosphäre noch einen Schritt weiter. Die Strassenzüge könnten aus einem Kinofilm kommen. Dreckige Schneehaufen, alte Autos, umgekippte Mülltonnen und Mülltüten liegen an der Seite. Abgebröckelte Fassaden an den Häusern, richtig dunkle Seitengassen und unheimlich ausgeleuchtete Strassen machen Arkham City zu einer wahrhaft bedrohlichen Stadt.
Wenn man dann noch die verschiedenen Strassengangs an irgendwelchen Ecken rumlungern sieht, bekommt man doch gleich Lust diese Gang ordentlich aufzumischen! Für jeden Batman Fan ist allein der Open World Faktor ein Kaufgrund dieses Spiels!

Für mich ein persönliches Highlight kam gleich zum Anfang, dort mußte Batman in eine Kirche gelangen um dann den Glockenturm hochzusteigen. Diese Szenen erinnerten an den (immer noch) besten und ersten Teil der Batman Reihe, wo Batman den letzten Kampf mit dem Joker hatte. Leider kann man bei Arkham City nicht ganz auf den Turm, aber sich auf eine der vier Statuen setzen und über Arkham City schauen. Gänsehaut pur.
Grafik/Sound:
Verantwortlich für die ausgefeilte Grafik ist wieder einmal die Unreal 3 Engine. Meiner Meinung nach macht diese Engine grafisch schon richtig was her, jedoch wirken die Figuren ein wenig starr und klobig. Auch dieses typische Glänzen ist zwar nicht so extrem wie im ersten Teil, aber sobald etwas feucht/nass dargestellt werden soll, glänzt es total unwirklich auf allen Texturen.
Die Grafik macht in der Ferne extrem was her, hat aber im Nahbereich mit (teilweise) richig vielen groben Pixeln und ausgefransten Linien zu kämpfen. Dieser Effekt stellt sich aber wirklich nur ein, wenn man sich im Spiel nicht bewegt und recht nah vor dem Falchbildschirm sitzt. In Bewegung fällt das überhaupt nicht mehr auf und die Unreal 3 Engine läuft auf Hochtouren.
Der Sound hingegen hat keinerlei Beanstandungen. Im feinsten 5.1 Sound hört man Gegner rechts hinten schreien, vorne hört man diverse andere Geräusche und die Soundkulisse ist perfekt. Die Entwickler haben wohl viel Wert auf einen richtigen Raumklang gelegt, andere Spiele hingegen sind da eher flach und die Effektboxen werden nur sporadisch eingesetzt. Bei Arkham City ist es schon ein wahres Kinoerlebniss.
Einzig die deutsche Sprachausgabe ist teilweise echt lächerlich ausgefallen. Überraschungsmomente werden durch recht statische Wortlaute wiedergegeben, wobei man eigentlich einen entsetzten Aufschrei erwartet hätte. Zwar ist der deutsche Synchronsprecher von Batman immer noch der gleiche wie vom ersten Teil, der seine Aufgabe wirklich gut macht. Aber die Dialoge sind oftmals zu statisch und ohne Gefühl. Denke da ist die englische Sprachausgabe, wie schon beim ersten Teil besser.
Fazit:
Batman Arkham Asylum ist ohne Untertreibung wohl einer der Pflichttitel dieses Jahres. Arkham Asylum macht für mich in jeder Hinsicht alles besser (außer die Sprachausgabe), was man beim ersten Teil vielleicht vermisst hat. Ein must-have für jeden PS3 Besitzer und nicht nur für Batman Fans!
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